Freitag, 28. Februar 2020

Flugzeugabsturz nur eine Übung

Ein Flugzeug stürzt auf die Isarnwohld-Schule in Gettorf und explodiert. Mehrere Gebäudeteile der Schule geraten in Brand und sind stark einsturzgefährdet. Etliche Schüler werden vermisst. Das war am Sonnabend das Szenario einer groß angelegten Feuerwehrübung mit rund 250 Einsatzkräften.

Groß angelegte Feuerwehr-Katastrophenschutzübung in Gettorf: Nachdem ein Flugzeug auf die Schule gestürzt und explodiert ist, bekämpfen Einsatzkräfte die Flammen.

Mitglieder der Jugendfeuerwehren Gettorf und Revensdorf mimen die Verletzten. Ihre Schreie, die sich mit den Martinshörnern der Einsatzfahrzeuge vermischen, klingen verdammt echt. Neben der Bühne des Kultur- und Bildungszentrums (Kubiz), der Schulaula, liegt Jens Haeese (18) und krümmt sich vor Schmerzen. Ein Feuerwehrmann kämpft sich zu ihm vor und redet beruhigend auf ihn ein. Draußen laufen verzweifelte Eltern und Lehrer herum. „Wo ist meine Tochter? Ihr müsst sie suchen!“, fleht Tanja Tietje zwei Feuerwehrmänner an. Sie hat Glück. Merle (17) wird gefunden und ist nur leicht verletzt. Andere trifft es schlimmer. Der Pilot und der Copilot, die beiden einziges Insassen des abgestürzten Flugzeugs, sind tot.

 

Matthias Hoffmann und Ines Brockstedt von der DRK-Bereitschaft kümmern sich um die Verletzten. Sie und die Einsatzkräfte der Feuerwehren sind froh, dass Herbstferien sind und sich nur 30 Kinder, sechs Betreuer und der Hausmeister auf dem Schulgelände aufhalten. Was wäre, wenn es ein normaler Schultag gewesen wäre?

Kameraden aus Beringstedt und Padenstedt (5. Bereitschaft - 1. Zug) richteten einen Sammelplatz für Verletzte ein.

Nicht nur die Schule selbst, auch die angrenzenden Wohngebiete sind betroffen. In Absprache mit der Polizei veranlasst Ordnungsamtsleiterin Nina Michaely die Evakuierung - rund 1000 Menschen sind davon betroffen. Als Sammelpunkt wird das Jaguar-Autohaus Kuntz im Gewerbegebiet festgelegt. Die Chefin der Ordnungsbehörde und die Polizei sind sich einig, dass auch der Tierpark evakuiert werden muss. Dass dort gerade ein großer Kunsthandwerkermarkt stattfindet, macht die Sache nicht einfacher.

Das Szenario für die Aktion „Herbstwind“, so der Name der Übung, hat sich Kay-Uwe Greggersen ausgedacht. „Die Vorbereitung dauerte zwei Monate“, berichtet der Gettorfer, der stellvertretender Leiter des 4. allgemeinen Feuerwehrbereitschaft des Kreises ist. Die 4. und auch die 5. allgemeine Feuerwehrbereitschaft sind die Hauptakteure der Übung. Aber auch die Fachberater vom Technischen Hilfswerk (THW) und vom Löschzug Gefahrgut (LZG) sind in Gettorf dabei. Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Lothar Jöns aus Loose, dem Kreisbereitschaftsführer der Feuerwehren im Katastrophenschutz.

Weitere Einheiten der 5. Bereitschaft bei der Brandbekämpfung.

Die Ziele der Übung? „Es geht unter anderem um die Strukturierung des Einsatzraumes, die Lagebeurteilung, die Rettung und Versorgung von Verletzten, die Brandbekämpfung, die Kommunikation im Einsatz und nicht zuletzt auch um Krisenintervention für Betroffene, Angehörige und Einsatzkräfte“, erläutert Pressesprecher Jürgen Beyer vom Kreisfeuerwehrverband. Gegen 13 Uhr kehrt in Gettorf wieder Ruhe ein.

Quelle: KN vom 21.10.2017